Veränderung passiert ...

Veröffentlicht auf von Schütgens, Angelika (Blaufedermond)

Es ist nutzlos viel Arbeit zu beklagen, wenig Zeit zu bedauern und trauernd zu beweinen, was man (noch) nicht verwirklichen kann. Veränderung passiert immer dann, wenn wir sie herbeiführen. Doch dazu müssen wir uns bewegen. Ohne den aktiven Entschluss eine Entscheidung zur Verbesserung der Situation herbeizuführen, bleiben wir Opfer unserer Umstände. In Opferhaltungen lässt sich aber kein Vertrauen ins Leben aufbauen. Am Ende bringen sie uns an einen Punkt, an dem wir nicht mehr die Wahl haben Akteur in unserem Leben zu sein sondern an dem wir gezwungen werden auf die Entscheidungen anderer zu reagieren.

Selber Pflöcke zu setzen, selbstverantwortlich die Richtung zu bestimmen, fühlt sich immer besser an, als von anderen aufgezwungenen Wegen folgen zu müssen.

Um sich aus den vielfältigen klebrigen Verflechtungen der Spinnennetze des Lebens zu befreien, braucht es den Willen und den Mut sowie ein gewisses Maß an Anstrengung und Leidensfähigkeit durch ein Tal der Tränen zu gehen, damit Anhaftungen und nicht mehr einzuhaltende Versprechungen sich ablösen können. Nicht alles was wir vor Jahren/Jahrzehnten einmal versprochen haben, dient heute noch unserem höchsten Wohl. Es ist nicht leicht gewohnte Strukturen zu verlassen, Bindungen zu lösen, Vertrautes aufzugeben. Wir tun uns schwer Neues zuzulassen, weil wir an vermeintlichen Sicherheiten kleben, die unser Verstand uns als gesetzte Sicherheit verkauft. So versuchen wir das Leben zu kontrollieren und werden völlig aus der Bahn geworfen, wenn es uns ein Schnippchen schlägt. Das Leben ist nicht kontrollierbar, es ist unvorhersehbar. Würden wir dem Leben vertrauen, uns seiner Führung vertrauensvoll hingeben, unserem Herzen folgen, nicht ohne den Verstand dabei zu Rate zu ziehen, würden wir feststellen, dass wir viel leichter dort ankommen, wohin wir uns tief in uns sehnen. Unser Verstand ist ein Werkzeug, er sollte uns dienen, uns aber nicht dominieren. Es gilt nicht zu lamentieren, sich nicht willenlos den Umständen zu fügen, nicht den Automatismen, die wir uns geschaffen haben (und die wir nicht mehr hinterfragen, weil wir sie gar nicht als unbewusst laufendes Programm erkennen) zu folgen sondern mit uns selbst in Klausur zu gehen, uns klar zu werden, was wir wirklich, wirklich wollen und danach entschlossen zu handeln, um das aus unserem Leben zu entlassen was nicht mehr zu uns passt, denn Veränderung passiert immer dann, wenn wir sie herbeiführen.

 

Veröffentlicht in Kurztexte

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post