Eventuell sofort, vielleicht später oder gar nicht

Veröffentlicht auf von Blaufedermond

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Geisterhaft huschen Gedanken, wechseln die Position, wie Wild den Standort in der Dämmerung.

Unentschlossen, nicht fähig sich festzulegen. Unstet springend zwischen Tun und Lassen. Sich feige drückend vor der Entscheidung, zweifelnd mutig festgekrallt im Unhaltbaren.

Kurz innehalten – abwartend – unfähig sich weiterzubewegen.

Der zweifelhafte Befehl: „Eventuell sofort anhalten, umkehren, aussteigen!“, erklingt im Innern.

Eventuell sofort – vielleicht auch später oder möglicherweise gar nicht!?

Abwarten. Der Zeit Raum geben sich zu formen, Zukunft zu gestalten.

Unverbindlich treibend.

 

Unruhe, innerer Aufruhr – Empörung über die unentschlossene Unfähigkeit.

Außen womöglich Ruhe - Bewegungslosigkeit - Tatenlosigkeit.

Eventuell sofort handeln, Porzellan zerschlagen, Risiken eingehen, Lebendigkeit gewinnen.

Eventuell sofort, vielleicht auch später oder gar nicht.

Unfähigkeit, eingefroren zwischen Tun und Lassen.

Tägliches Handeln geschieht im Automatismus –

Notfallprogramm springt an, damit das Überleben gesichert ist.

 

Vielleicht möglicherweise doch etwas riskieren?

Scheinbare Sicherheit verlassen für neues Terrain, neue Möglichkeiten.

Ganz bestimmt vielleicht später, schätzungsweise, wenn sich eine andere Zukunft öffnet. Unter Umständen wird irgendwann ein neue Weggabelung erreicht. Eine mit Wegweiser. Denkbar wäre auch, dass sich etwa eine Lichtung zeigt, mit Aussicht auf die Zukunft.

 

Möglicherweise ändert sich vielleicht spontan die Haltung, wenn das Jetzt definitiv schlimmer ist, als die eventuelle Zukunft. Pauschal ist es aber nicht konkret auszuschließen, dass dann eventuell die Sonne auf der Lichtung der Dämmerung gewichen ist. Möglicherweise ist es dann zu dunkel, um ein einen besseren Weg zu finden.

 

Gesiterhaft huschen die Gedanken, wechseln die Position, wie Wild den Standort in der Dämmerung.

Also doch, eventuell, unter Umständen, möglicherweise sofort spontan handeln!?

Könnte sein, dass das besser ist oder auch nicht. Notfalls ist es besser es zu lassen, sich zu bewegen, auf die Gefahr hin es könnte sich was verändern, zum Guten oder Besseren oder unter Umständen wirds schlimmer.

 

Augenblicklich huschen Gedanken geisterhaft durch die Dämmerung wie Wild. Möglicherweise fällen sie irgenwann, irgendwie, einen unumstößlichen Beschluss und beenden unverzüglich und prompt- völlig spontan einen gedanklichen Eiertanz.

 

Veröffentlicht in Kurztexte

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Frau Blau 03/05/2013 21:30

eine rasante steigerung vom anfang bis fast ganz zum schluss - ja, ... so ist ein gedankenkarussel! klasse festgehalten

herzlichst ulli

Blaufedermond 03/06/2013 18:32



Es geht manchmal eben rundherum ..., soll ich oder soll ich nicht, später oder gleich oder vielleicht überhaupt nicht.


Das ist oft ziemlich anstrengend. *mbg*


Herzliche Grüße vom Blaufedermond



Brigitte 02/03/2013 10:39

Das Wild kann nicht anders, weiß es nicht anders. Mitten in seinen Lebensraum wurden Straßen gebaut. Was hat man da für eine Wahl?! Autofahrer müssen acht geben.

Für uns ist jede Änderung im Lebensablauf ein Risiko. Weiß man, was kommt? Wie es kommt? Wird das Neue uns gefallen? Oft eher nicht!

Selber habe ich es immer so gehalten - ein sicheres Hintertürchen blieb geöffnet. Im Nachhinein besehen, war das immer richtig. Die Zeit der Spontanentschlüsse ist vorbei, durchdenken - mehrere
Varianten ins Auge fassen, darüber schlafen. Aber einmal muss man einen Entschluss fassen.

Lieben Gruß und schönen Sonntag, Brigitte

Blaufedermond 02/13/2013 09:53



Ich stimme dir uneingeschränkt zu. Die Spontanentschlüsse sind längst vorbei, nur besteht jetzt die Gefahr des "Zerdenkens". Manches wird  in tausend Teile zerlegen und am Ende bin ich
nicht schlauer, als ohne dieses Zerlegen.


Aber am Ende steht immer ein Entschluss, auch wenn es manchmal länger dauert.


Liebe Grüße vom Blaufedermond