Nächtliche Heimkehrer

Veröffentlicht auf von Schütgens, Angelika (Blaufedermond)

 

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Gestern sind meine Gedanken spazieren gegangen.

Nicht einen einzigen konnte ich fangen.

Sie liefen hinaus in die weite Welt.

Ob es ihnen dort besser als bei mir gefällt?


Den ganzen Tag hab ich keinen wieder entdeckt,

auch in der dunkelsten Ecke hatte sich keiner versteckt.

Nach einer Weile gab ich enttäuscht auf,

rief ihnen noch nach: "Dann lauft doch – lauft …"


Doch am frühen Morgen, genau um halb vier,

waren sie alle wieder bei mir.

Sofort stand ich auf, hackte sie in die Tasten,

keine einzige Minute wollte ich rasten.


Was in der Eile dabei entfiel mir

kritzelte ich später noch auf Papier,

als ich schon wieder ganz nett

gegen acht lag im Bett.

 

Es ist schon ein Graus mit den verrückten Ideen,

dass sie zu unmöglichen Zeiten spazieren gehen,

aber noch viel schlimmer ist ihre Manier

mitten in der Nacht zurück zu kommen - zu mir.

 


Veröffentlicht in Lyrik

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