Sprachprojekt: Klangfarben eines Märchens

Veröffentlicht von Angelika Schütgens

Eine Märchenerzählerin auf einem Mittelaltermarkt.

 

                                                      Märchen

 

Ein vor einigen Jahren, auf einem anderen Blog, ins Leben gerufene Projekt

"Klangfarben eines Märchens"

ist hierher umgezogen. Ursprung ist ein von mir geschriebenes Märchen, das unter dem Titel "Bärenlohn für Eigennutz" auf meinem Blog Gedankennetz vor einigen Jahren veröffentlicht wurde. Auf die Idee es in unterschiedliche Dialekte und Sprachen übersetzen zu lassen kam ich, als ich damals von Petruschka gefragt wurde, ob sie das Märchen ins Französische übersetzen und auf ihrem französischen Blog veröffentlichen darf.

Das Märchen "Bärenlohn für Eigennutz" zeigt sich inzwischen in einigen Varianten und es kommen immer wieder neue hinzu. Angewiesen bin ich dabei auf Menschen mit Freude an der Sprache. Ich suche Menschen, die mit einem bestimmten Dialekt aufwuchsen und die Zeit und Lust haben sich damit zu beschäftigen und denen als Lohn die Erwähnung als Übersetzer hier auf der Seite reicht. Muttersprachler, die das Märchen in eine der noch nicht vorhandenen Sprachen übersetzen, sind auch gern willkommen.

So fehlt zum Beispiel noch holländisch, dänisch, belgisch, italienisch, spanisch oder portugisisch


Sprichst du einen Dialekt, hast du Lust es zu versuchen?
Trau dich!

Schreib mir hier einen Kommentar oder eine E-Mail an:

blaufedermond(ätt)gmx.de

ich melde mich dann ... 

 

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Nachdem das Projekt leider lange Zeit brachlag,

gibt es jetzt wieder eine neue Märchenversion

 

Bärenlohn auf pfälzerisch

 

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Bärelohn unn Eischennutz

Wie de Bär es Wese vunn der Zwersche erkannt hat

unn ne defür gedankt hat.

 

Es hat emol vor langer Zeit e klänie Zwerschefamilie glicklisch un sefridde am Fuß vumme Kristallbersch im Wunnerland gelebt. Ame scheene. Da is e veletzter Bär bei ne vobei komm. Die winzische Zwersche hann großie Angscht gehat vor demm riesische Bär. Awer ball hanse gemerkt, dass er se schwach war, um ne was se mache. Langsam awwer sischer hanse sisch immer näher an ne rangetraut. Dann hanse um ne geschtan un sich gefrot, wie sem helfe kennte. De Bär hat gegrummelt un gebrummt un sich iwwer sisch selwer geeiert, weil er sisch net mei allein helfe konnt. Ã Jäscher hat ne ziemlisch erwischt unn die groß Wund hat em bei jeder noch so kleine Beweschung wehgedun. "Isch bin se schwach fer mer was se fresse se fange", hat de Bär gebrummt "wenn isch net ball was in de Mae krie, kratz isch ab." No re korze Beradung sinn die Zwersche iwwereinkomm, dass se dem Bär so lang se Fresse bringe wie er net selwer jae kann. E paa han geangelt unn han em Fisch gebrung. Annere sin in de Wald un han Beere gesammelt unn Ãppel unn e paar sinn uff die Jagd fer Hase, Wiesel un annere Viecher se fange. Des ging so weit, dass se ball nix me anneres gemacht hann, wie fer der Bär Futter beiseschaffe.

 

Die Zwersche warn a die Hieter vumme Nussschtrauch, an demm alle zeh Johr goldene Erdniss wakse. Die Zauberkraft vunn denne Niss war so groß, dass jeder Kranke, wo devunn esst sofort widder gesund werd. So e Nuss wollte se dem Bär awwer net gebbe. Wer wäß, was der mit ne mache wierd, wenn er widder schtark und gesund wär. In Werklischkeit war se awwer se geizisch, fer an denn Bär e Nuss se veschwenne, unn wer wääß, ob die Niss bis zur nekscht Ernt iwwerhaupt fer se selwer reiche würde?

 

Es hat nimmi lang gedauert bis ses leid warn, de Bär zu vesorge. Die Wund wollt und wollt net heile un de Bär war immer noch zu schwach fer zu jaache. Immer mehr Zwersche han sich geweigert, dem Bär se helfe. "Warum musst der a ausgerechent zu uns komme?", han se gefrot und han sich beklacht: "Hätte mer den bloß net gefunn!" Am Owend no me lange arbeitsreiche Daa han se sich unne am Kristallberch vesammelt unn sich berodt. Die meischte wollde de Bär seim Schicksal iwwerlosse und so hann se ihr Chef beufftracht, demm Bär die schlecht Nachricht se iwwerbringe. Sie hatte beschloss, dass er sich weitertrolle sollt bis er e annerer finne würd, der em helft. Als de Bär des geheert hat, wurd er richtisch wiitisch. Er hat sich zu seiner volle Greeß uffgericht unn ohrebetäubend laut in de Wald gebrüllt. Während er so brüllte hat er sich in de magische Zauberer vewannnelt, de Herrscher vom Wunnerwald. Die Zwersche hatte schunn viel vunn em geheert, awwer noch nie hat eener den Zauberer gesiehn. "Do schtimmts doch was ich vunn eich geheert hann!", rief er. "Ihr sinn ängschtlisch, kleenmietisch und eischenützisch. E eenzischie Goldnuss hätt eich die wochelang Mieh geschpart, den Bär zu vesoje. Als Dank unn zum Ausgleich du ich eich fer immer mit denne Niss vebinne vunn denne ihr eich net trenne kenne. Ab jetz sollener eich vunn de Arbeit ausruhe unn so lang in de Niss schlofe, bis ner jemand finne, demm ner mit de Zauberkraft vunn de Niss helfe kenne. Wenn ner des geschafft hann, hert a mei Fluch uff. Damit ner a die Geleschenheit hann, eier Goldniss an jemand wos brauch se veschenke, derfe ner alle zehn Johr die Niss fer e Vollmond lang velosse." Kaum hat de Zauberer denn Fluch ausgesproch, sinn alle Zwersche vunn dere Familie in die Niss veschwunn unn han sich bis heit net vunn ihre Goldniss trenne kenne. Solang wie mer ihr schlofendes Abbild in de Erdniss sieht kann, wirkt der Fluch vumm Bärezauwerer.

 

 

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Lieben Dank an Jürgen Rinck alias Irgendlink

für die Übertragung des Märchens in den Pfälzer Dialekt,

besonders dafür, dass er sich noch während seiner Planung zur Kapreise

die Mühe gemacht hat es zu übersetzen.

Ich finde sie ist genial gelungen. 

Flower4You

 

Jürgen sagt dazu, ob es eine Rechtschreibung gäbe, wüsste er nicht,

so hat er rein lautsprachlich übersetzt.

Aber genau darauf kommt es an,

nämlich dass das Klangbild deutlich wird,

um die Rechtschreibung geht es mir hier nicht.

 

Übrigens ist der Besuch auf Irgendlinks Blog,

dem Reisekünstler (Artist in Motion),

der erst kürzlich von seiner Reise mit dem Rad zum Kap

zurückkehrte, unbedingt empfehlenswert.

Schaut doch mal rein und macht euch selbst ein Bild.

 

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hochdeutsch

Bärenlohn für Eigennutz

oder

Wie der Bär das Wesen der Zwerge erkannte und ihnen dankte

 

Vor langer Zeit lebte eine kleine Zwergenfamilie glücklich und zufrieden am Fuße eines Kristallberges im Wunderwald. Eines Tages erschien in ihrem Wald ein verletzter Bär. Die kleinen, winzigen Zwerge hatte große Angst vor dem riesigen Bären. Bald spürten sie, dass er viel zu schwach war, um ihnen etwas zu Leide zu tun. Zaghaft trauten sie sich näher an ihn heran. Sie standen um ihn herum und fragten, wie sie ihm helfen könnten. Der Bär brummte und grummelte. Er war wütend auf sich selbst, weil er so hilflos war. Ein Jäger hatte ihn bei der Jagd ernsthaft verletzt. Bei jeder Bewegung schmerzte seine große Wunde, die nicht so recht verheilen wollte. „Ich bin viel zu schwach zum Jagen“, brummte der Bär „wenn ich nicht bald etwas esse, verhungere ich.“ Die Zwerge berieten sich kurz und versprachen dem Bären Futter zu bringen, solage er nicht jagen könne. Ein paar der kleinen Zwerge angelten und brachten dem Bären Fische, andere sammelten Beeren und Früchte und wieder andere gingen auf die Jagd, um Hasen, Wiesel und andere kleine Tiere zu erlegen. Der Bär war sehr groß und sehr hungrig und die Zwerge so klein, bald waren sie mit nichts anderem mehr beschäftigt, als für den Bären Futter zu jagen und zu sammeln.

Die Zwerge waren auch die Hüter des Nuss-Strauches im Wald, an dem alle zehn Jahre goldene Erdnüsse wuchsen. Die Zauberkraft der Erdnüsse war so groß, dass sie jedem Kranken, der auch nur eine davon aß, sofort wieder Kraft und Gesundheit verliehen. So eine goldene Erdnuss wollten sie aber nicht an den Bären verschwenden, denn sie fürchteten seine Kraft und Größe. Wenn der Bär schnell wieder zu Kräften käme, würde er sie vielleicht fressen.  Sie waren aber auch geizig und befürchteten, bis zur nächsten Ernte nicht genügend goldene Erdnüsse für sich selbst zu besitzen.

Es dauerte nicht lang, da wurden sie müde den Bären zu versorgen, denn die Wunde des Bären wollte und wollte nicht verheilen und der Bär kam nicht zu Kräften. Immer mehr Zwerge weigerten sich dem Bären zu helfen. „Warum musste er denn ausgerechnet zu uns kommen?“, fragten sie und sie klagten: „Ach, hätten wir ihn doch nur nicht gefunden!“ Am Abend eines langen arbeitsreichen Tages versammelten sie sich am Fuße des Kristallberges und hielten Rat. Die Mehrheit der Zwerge wollte den Bären seinem Schicksal überlassen. Der Anführer wurde damit beauftragt dem Bären die schlechte Nachricht zu überbringen. Sie hatte beschlossen, er sollte sich weitertrollen bis er jemand anderen fand, der ihm half. Als der Bär das hörte, erfasste ihn großer Zorn. Er richtete sich zu seiner vollen Größe auf und brüllte ohrenbetäubend laut in den Wald hinein. Während er brüllte verwandelte er sich in den magischen Zauberer, den Herrscher des Wunderwaldes. Die Zwerge hatten schon viel von ihm gehört, aber noch nie hatte ein Zwerg ihn gesehen. „So stimmt es doch, was ich über euch hörte!“, rief der Zauberer. „Ihr seid ängstlich, kleinmütig und eigennützig. Eine einzige Goldnuss hätte euch die wochenlange Mühe erspart, mich, den Bären, zu versorgen. Als Dank und Ausgleich für eure Mühe, die ihr euch zweifellos eine zeitlang gemacht habt, will ich euch für immer mit den Nüssen verbinden, von denen ihr euch nicht trennen könnt. Von nun an sollt ihr euch von der anstrengenden Arbeit ausruhen und so lange in den Nüssen schlafen, bis ihr Gelegenheit findet jemandem mit der Zauberkraft der Nüsse zu helfen. Habt ihr das getan, dann endet auch mein Fluch. Damit ihr Gelegenheiten finden könnt eure Goldnüsse an Bedürftige zu verschenken, dürft ihr alle zehn Jahre die Nüsse für die Zeitspanne eines vollen Mondes verlassen." Kaum hatte der Zauberer den Fluch ausgesprochen, verschwanden alle Zwerge der geizigen und eigennützigen Zwergenfamilie in den Nüssen.

Bis heute haben sie sich nicht von ihren Goldnüssen trennen können. Solange man ihr schlafendes Abbild noch in den Erdnüssen sehen kann, wirkt auch der Fluch des Bärenzauberers noch.

© AS 2010

 

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Ruhrpottplatt

Bärnlohn für Eignnutz

oder

Wie der Bär dat Wesn der Zwerge rauskrichte und ihnen danke sachte

 

Et lebtema vor langa Zeit ne kleine Zwergenbagage glücklich und zufriedn am Fuß einet Kristallbergs, mitten im Wundawald. Einet Tages wada im Wald en valetzta Bär. Die klein, winzigen Zwergnkrümmels hatten ne Menge Muffensausn vor dem riesign Bärn, abba bald spürtn sie, datta viel zu schwach wa, um ihnen watt zu Leide zu tun. Vorsichtich spilunztn sie umme Bäume un schlichn sich mit bannich viel Fracksausn an ihn ran. Bald standn sie abba doch neugierich um ihn rum und wolltn von ihm wissen, watt sie für ihn tun könntn. Der Bär brummte und moserte. Er warn bissken wütend auf sich selbst, dat er so hilflos wa. 'N Jäger hatte auf ihn geschossn un ihn doll valetzt. Bei jeda klein Bewegung piesackte ihn die lädierte Stelle, die nich vaheilen wollte. „Ich bin viel zu schwach zum Jagen“, brummte der Bär, „wenn ich nich bald wat essn tu, mussich elendiglich vareckn.“ Obwohl den Furzknotn von Zwergn dat Hemt am flattern wa, palavatn sie kurz und vasprachn dann am End doch dem Bärn watt zum Futtan zu besorgn. Ein paar vonne klein Zwerge gingn fischn und brachtn dem Bären son klein Fischkroppzeuch. Andere sammeltn Beern und anderet Obst und wieder andere gingn jagen. Sie brachten ihm Kanickel und anderet Kleinviech. Abba der Bär warn riesen Öschek, der war so breit wie er lang wa, un der hatte Kohldampf ohne Ende. Die Zwerge warn soooo klein und musstn ganz schön viel schleppn, um son Ömmes satt zu kriegn. Et dauate nich lang, da konntn sie nix anderet mehr tun, alz wie für den Bärn Futta holn. Datt hielt sien ganzen Tach auf Trapp.

Seit ewich langa Zeit nun, warn die Zwerge abba auch die Aufpassa von dem Zauba-Nuss-Strauch. An dem wuchsn alle zehn Jahre goldne Ärdnüsse. Die hattn sone dolle Zaubakraft, die Ärdnüsse, datt die jedm, der irgendwie angeschlagn war und der auch nur eine davon essen tat, sofort widda Kraft und Gesundheit gabn. Eine sone Nuss hätte dem Bärn sicha geholfen. Sone wertvolle goldne Ärdnuss wolltn die Zwerge aber nich an den Bärn vaschwendn. Einaseits hattn die Furzepüppel Manschettn, wegn der dann plötzlich zunehmende Kraft von dem Bärn und sowieso schon vorde Größe. Wenn der schnell widda zu Kräften käme, würde diesa Trumm von Bär vielleicht datt ganze Zwergnvolk auffressn. Andrerseits waren sie auch kniepich. Sie hattn Sorge, bis zur nächstn Nussernte nich genuch goldne Ärdnüsse für sich selbst zu habn. Et dauerte also garnich lang, da hattense fast alle kein Bock mehr den Bärn durchzufüttan. Die Wunde vom Bär wollte und wollte nich richtich heiln und der Bär wa imma noch zu schwach zum Jagen. Imma mehr Zwerge machtn Sperenzkes un drömelten rum. Sie wolltn dem Bärn nich mehr helfn. „Warum muss der denn ausgerechnet zu uns kommn?“, janktn sie un sie klagtn: „Ach, hättnwa den doch manurnich gefundn!“ An einm Ahmd, nache der fiese Maloche für den Bärn, vasammeltn sich die Zwerge un koddertn sich bei ihrm Boss ma so richtich aus. Sie hätten jetz genuch getan un krichten ma langsam die Pimpanelln, so ging dat nich weita. Die meistn der Zwerge warn sich einich, der Bär musste wech. Der Boss sollte dem datt vaklickan un ihm sagn, er soll sich jemand anders suchn, der ihn vasorgn täte. Wie der Bär datt hörte, da krichte der ne riesn Wut und hatte große Lust den Zwergn ma so richtich die Schwarte zu vakloppn. "Vadorrichnocheins!", brüllte der Öschek von Bär un stellte sich auffe Hintabeine. Alz der Bär so vor ihn stand, da habn sich die Zwerge en ganz schön'n Punkt innet Hemt gemacht. Der Bär hatte sich also aufgerichtet un brüllte un brüllte un wie er da so brüllen tat, da vawandelte sich der Bär in ein Zaubara, den Obamacka vonem Zaubawald. Die Furzepüppels hattn alle schon von dem gehört, abba gesehen hatte den noch keina. „Pottzeimeduppa! Watt seid ihr fürn mieses Volk! Stimmt datt doch, watt mir zu Ohrn gekommn is!“, schnauzte der Zaubara. „Schlottermaxe seid ihr, elende Angsthasn und obendrein auch noch kniepich mit eure seltene Goldnüsse! Eine einzige von den funkelndn Dingan hätte euch datt ganze Malochn erspart. Rappzapp, ne Nuss gerupft und vaschenkt un schon hätte ich widda lostrabn könn un ihr wärt mich losgewesn. Abba, ich will nich vagessn ihr hab euch ja bemüht und deshalb will ich mich auch bei euch bedankn. Leer ausgehn sollt ihr nich. Von jetz ab, sollt ihr so lange inne Goldnüsse poofen müssen, bis ihr gelernt happt damit watt Gutet zu tun. Alle zehn Jahre dürft ihr für ein Monat vasuchn jemandm damit zu helfen. Bis ihr datt geschafft happt, pooft ihr ebent in eure Nüsse, dann seit ihr ihn imma ganz nah. Erst, wenn ihr begriffn happt, datt man mehr kricht, wenn man gibt, als wie wenn man alles zusammenraffn tut, dann hebt sich der Fluch widda auf. Und damit ihr auch jemandn beschenkn könnt, dürft ihr alle zehn Jahre für ein Vollmond raus ausse Nüsse." Kaum hatte der Zaubara datt ausgesprochn, verschwandn alle Furzepüppel in die Goldnüsse und da sindse bis heute noch.

Ja, so war datt damals, un wennze jetz meinz, datt Zwergnvolk hätte watt gelernt, dann bisse abba schief gewickelt. Solange man die Zwerge noch inne Ärdnüsse poofen sieht, jednfalls ihr Abbild, solange sind se noch genauso kniepich un eigennützich.


© AS 2010

 

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in der Sprache der Werbung

Bärenlohn für Eigennutz

oder

Wie der Bär das Wesen der Zwerge erkannte und ihnen dankte

 

Es lebte einmal vor langer Zeit eine kleine fruchtige Obstzwergenfamilie glücklich und zufrieden, am Fuße eines klargespülten Kristallberges. Der spezielle Wunderwald voller farbintensiver Duftspender versprühte in seriellen Abständen herrlich frischen Kiefernwaldduft. Eines Tages erschien in ihrem aprilfrischduftenden Reich aus nachwachsenden Rohstoffen, ein naturbelassener, bis in die Haarspitzen balmgespülter Bär. Die kleinen, winzigen Obstzwerge hatte große Angst vor dem riesigen Bären und informierten sich vorsorglich bei ihrer zuständigen Krankenkasse über eine Angst- und Stressbewältigungstherapie. Bald spürten sie, dass der witterungsbeständige Bär immunschwach war. Er war zu alltagsgeschädigt um ihnen etwas zu Leide zu tun. Zaghaft trauten sie sich näher an ihn heran. Als sie ihn eine Weile beobachtet hatten fragten wie ihn wie sie ihm helfen könnten. Der geschwächte Bär brummte und grummelte, denn er war wütend auf sich selbst, dass er so hilflos war. Sein positiver Grundsatz: "Ich will so bleiben wie ich bin!" hatte diesmal nicht funktioniert. Ein kunststoffummantelter, wasserdichter Jäger hatte den schuppenfreien Bären ernsthaft verletzt. Bei jeder stufenlosverstellbaren Bewegung seiner Gliedmaßen, schmerzte seine große Verletzung. Sie benötigte dringend medizinisch geprüfte Hautpflege. Vorzugsweise eine tiefenwirksame, entzündungshemmende Wund- und Heilsalbe. Der angeschlagene Bär hatte es versäumt einen Arzt seines Vertrauens oder seinen Apotheker zu fragen welches Medikament ihm die nötige Mobilität wiederbringen würde. „Ich bin zu schwach zum ultraschnellen Jagen, ich brauche eine doppelherzige Intensiv-Kur.“, brummte der blähbäuchige Bär zwischen den zahnschmelzgepflegten, strahlend weißen Zähnen hervor. „Wenn ich nicht bald einen saftigen McSchmatz oder einen schmelzzarten Käse bekomme, verhungere ich am Ende noch.“ Die Ohne-Kristallzucker-Obstzwerge, meistens im haushaltsüblichen Sixpack unterwegs, berieten sich so intensiv wie nie. Im Anschluss versprachen dem antirutschfüßigen Bären schnell wirksame Hilfe. Sie hatten beschlossen vitaminreiche und ballasthaltige Nahrungsmittel zu besorgen und das alles zum unglaublichen Nulltarif. Einige der kleinen Obstzwerge fischten mit komfortablen Angeln und brachten dem Bären für ein gesundes Herz-Kreislaufsystem fangfrische Omega 3-haltige Fische. Andere sammelten für einen guten Start in den Tag kraftspendene Cerealien und Vitamin C haltige Beeren in hochwertigseufzenden Frischhalteboxen. Wieder andere erlegten mit rostfreiem Stahl erfolgreich Niederwild, beispielsweise langzeitbatterteriebetriebene Häschen und andere kleine proteinhaltige Eiweißspender. Der beschwerdengeplagte Bär aber war sehr, sehr groß und sehr hungrig und die traubensüßen Obstzwerge mikroskopisch klein. Bald waren sie ausschließlich damit beschäftigt für den parfümfreien Bären genussreiche Spezialitäten in Premiumqualität und keimfreie Nahrungsergänzungsmittel zu beschaffen

Die kalziumreichen Obstzwerge waren auch die Immunwächter des patentierten und mit staatlichem Prüfsiegel versehenen zuckerfreien Nuss-Strauches. An dem besten Strauch der Natur wuchsen alle zehn Jahre unnachahmlich schmeckende Goldnüsse. Die dauerhafte Zauberkraft der formstabilen, kompostierbaren Erdnüsse ist aktiv regenerierend. Jedem Patienten, der auch nur eine davon zu sich nimmt und bei sich behält, verleihen sie sofort volle Kraft und starke Gesundheit. Sie sind einfach zu dosieren, wirken nachhaltig, förderten die aktive Verdauung und geben rund um die Uhr jedem Leben mehr Power. So eine garantiert hochwertige, mineralhaltige Erdnuss, die noch dazu heißen Erdnussspaß verspricht, wollten die Obstzwerge aber nicht an den Bären, mit der dauergewellten Oberflächentextur rausrücken. Sie fürchteten des knurrigen Bären Vollpower und seine immense Größe. Sollte er schnell wieder zu Kräften kommen, würde er sie vielleicht für den kleinen Hunger zwischendurch missbrauchen. Die Obstzwerge waren auch geizig, denn das war gerade geil, außerdem fürchteten sie bis zur nächsten Erntesaison nicht genügend knackig, knusprige Goldnüsse für sich selbst zu besitzen.

Es dauerte nicht lang, da wurden sie müde den kastanienbraun gefärbten Bären zu versorgen. Die lästige Wunde des Fellvierbeiners wollte und wollte nicht richtig heilen. Der trotzallem gut gestylte Bär war noch immer zu schwach zum erfolgversprechenden Jagen. Immer mehr der mineralstoffangereicherten Obstzwerge weigerten sich dem Bären zu helfen und ihn weiter mit der Nulltarif-Flatrate zu versorgen. „Warum musste er denn ausgerechnet zu uns kommen?“, fragten sie. Und sie klagten: „Ach, hätten wir ihn doch nur nicht gefunden!“ Am Abend eines arbeitsreichen Tages versammelten sie sich am natürlich versiegelten Fuße des diamantfunkelnden, hochglänzenden Kristallberges und hielten intensiv Rat. Die absolute Mehrheit der leicht und lockeren Obstzwerge wollte den lästigen Parasiten nach einigen Testwochen seinem Schicksal überlassen und so wurde der kraftvolle Anführer damit beauftragt dem medizinschen Notfall die Nachricht schaumgebremst und schonend zu überbringen, dass er sich weitertrollen sollte um jemand anderen zu finden der ihm weiterhalf.

Als der im Grunde umweltfreundiche Bär das hörte, erhöhte Zorn seinen behandlungsbedürftigen Adrenalinspiegel. Er richtete sich auf und brüllte ohrenbetäubend laut in den aufgeforsteten, renaturierten Wald hinein. Während er brüllte verwandelte er sich in den magischen Zauberer, der von der Aufsichtsbehörde ständig überprüft wurde. Er war der wirkungsvolle Herrscher des wissenschaftlich bestätigten Wunderwaldes, der schützt was gut ist. Die zusatzstofffreien Obstzwerge hatten schon viel von ihm gehört, aber gesehen hatte ihn einer dieser knochenstarken Zwerge noch nie. „Stimmt es also doch, was ich über euch hörte!“, rief der mächtige pH neutrale Zauberer. „Ihr seid ängstlich, kleinmütig und eigennützig. Eine einzige, leicht schmeckende und nicht belastende Goldcerealie hätte euch die wochenlange Mühe erspart, den waschbeständigen Bären über die Garantie-Zeit hinaus zu versorgen. Als natürlichen Ausgleich und zum Dank für eure atmungsaktive Mühe will ich euch einen Freundschaftsbonus schenken. Ihr sollt mit den dekorativen Nüssen aus organischem Anbau, von denen ihr euch nicht trennen könnt, haftfest verbunden sein. Ab sofort sollt ihr euch von der umfangreichen Arbeit ausruhen und so lange in den Bio-Nüssen schlafen bis ihr die einmalig günstige Gelegenheit erhaltet jemandem mit der geballten Zauberkraft der Nüsse zu unterstützen. Gelegenheit eure farbstofffreien Goldnüsse an anspruchsvolle Bedürftige zu verschenken erhaltet ihr alle zehn Jahre. Für die Zeitspanne eines vollen Mondes, der die auffüllende Wirkung der Zeit erlebte, dürft ihr die ballaststoffreichen Biokerne verlassen. Eine genaue Gebrauchsanweisung lege ich euch bei. Habt ihr dann ein gutes Werk vollbracht, endet garantiert mein Fluch."

Der vom Prüfinstitut bestätigte Zauberer hatte den Fluch kaum ausgesprochen, da verschwanden alle quarkenden Obstzwerge in die neutral verpackten Bionüsse. Bis heute haben sie es nicht geschafft sich von ihren bissfesten Goldnüssen zu lösen, so stark ist die patentierte und optimierte Haftkraft. Solange das Abbild ihres gesunden Schlafes in den ungerösteten Erdnüssen sichtbar ist, wirkt der Fluch mit dem extra Effekt des konzentrierten Bärenzauberers.

 Vermutlich empfinden die Miniportionen von Obstzwergen den Fluch sogar als praxisnahen entscheidenden Vorteil, weil sie sich dort, in den ungewöhnlichen, aber gemütlichen Schlafkojen der fettsäurehaltigen Nüsse, wohl versorgt und rundumversichert dem erholsamen Schlaf der Regeneration hingeben dürfen, ohne sich Gedanken um ihre private Rentenzusatzversicherung machen zu müssen.

 

 

© by AS

Weitere experimentelle Erzählstile wie  z.B.  modern - althochdeutsch - technisch - amtsdeutsch  sollen (irgendwann) folgen.

Die Zeit muss es erlauben, also ist das Ende offen ...  :-))

 

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berlinerisch

Bärenlohn für Eigennutz
Oda wie der Bär jemerkt hat, wie de Zwerje ticken und ihnen det jedankt hat.


Et lebte mal vor langa Zeit ne kleene Zwerjenfamilie jlücklich und zufrieden am Fuß von so’n Kristallberch im Wunderwald. Eenes Tages kam da in dem Wald, wo se wohnten n‘ valetzta Bär vorbei. Die kleenen, murklijen Dreikäsehochs von Zwerje hatten total Schiss vor dem riesijen Bären. Aber bald merkten se, dat der viel zu schwach uff de Brust war, ihnen wat anzutun. Deswejen trauten se sich, wenn och mit schlotternde Beene, janz nah an ihn ran. Als se denn alle um ihn rum standen, frachten se ihn: Könn wa dir wat helfen ? Der Bär brummte und brabbelte sich irjendwat in‘ sein Bart, weil er n‘ bisschen sauer uff sich selba war, wejen seine Hilflosichkeit. Een Jäger hatte ihm tüchtich een’s uff’n Pelz jebrannt. Bei jeder Bewejung mussta sich wejen seine jroße Wunde, die nich heilen wollte, uff de Zeene beißen, damit ihm keen „Aua“ rausrutscht und man ihn für ne olle Heulsuse hält. „Ick bin zu schwach zum Jagen“, brummte der Bär, wenn ick nich bald wat zwischen de Kiemen krieje, mach ick n‘ Abjang !“ Die Zwerje steckten de Köppe zusammen und berieten sich. Denn vaklickerten se dem Meista Petz ihren Entschluss: „Ja, wir werden dir wat zu Mampfen ranschleppen !“ N‘ paar vonne kleenen Knirpse angelten ihm Fische, die andern ruppten sämtliche Beeren und Früchte von Sträuchern und Bäumen, de übrijen jingen mit de Flinte uff de Jacht, um Hasen, Wiesel und anderet Kleentier für ihn abzumurksen. Aba der Bär, so’n langa Lulatsch, wie er war und deshalb jewohnt, wie `n Scheunendrescha zu spachteln, war von det bisschen, wat ihm die fertich jewachsenen Steppkes ufftischten, kaum satt zu kriejen. Trotzdem war det n‘ für de kleenen Zwerje och so schon ein echta Fullteimschob und brachte se so aus de Puste, dat se ville von die andere Abeit unvarichtet liejenlassen mussten.

Seit irre langen Zeiten schon behüteten de Zwerje so’n Zauber-Nuss-Strauch, an dem alle zehn Jahre joldene Erdnüsse dran wuchsen, wo innen drinne ne Zauberkraft steckt. Wenn eener nich richtich uff‘n Damm war, oda sich irjendwie mickrich fühlte, denn brauchte er och nur eenen vonne Nüsse essen – schon wurda kernjesund und konnte wieder de dicksten Bäume ausreißen. Nu hatten de Zwerje natürlich keen Bock, sone famose Nuss für den dicken Bären zu vaschwenden, weil se nämlich eenerseits jeizich waren und nüscht vonne Ernte abjeben wollten und anderseits och Schiss inne Büchsen bekamen, der zottlije Riese könnte davon so ville Pauer zurückkriejen, dat er se vor Übamut und jeweckten Appetit jleich als Nachspeise vatilgen würde.

Nich zuletzt aus dem Jrunde dauerte et nu nich mehr lange, bis den Zwerjen de Lust vollends vajing, det jefräßije Monsta zu vaköstijen. Dat der Bär endlich ma aus’m Knick kam, sich selba um seine Mahlzeiten zu bemühn, stand nich in Aussicht, er schwächelte noch imma, denn seine Wunde wollte und wollte nich zuheilen. Eener nach’n andern vonne Zwerje weijerte sich, weiter für den Bären zu schindern. „Warum musste der ausjerechnet bei uns antraben?“ frachten se in Raum und meckaten: Wär‘ der uns doch bloß nie unter de Ogen jekommen !“ Am Abend von een so’n Tach, den se von früh bis spät durchjerackert hatten, kluckten se ma wieda alle am Fuss vom Kristallberch zusammen, um de Sachlage zu beschwatzen. Fast alle fanden et anner Zeit, den Bären da hinzuschicken, wo der Feffa wächst und damit war der Obamacka vonne Zwerje defakto och schon beufftracht, den unjeladenen Besuch bekannt zu jeben, dat er ne Mücke machen soll. Wat se bequasselt hatten, wurde also sojleich inne Tat umjesetzt :Der Anführer trabte beim Bären an, um ihm unterzujubeln, dat er ihnen lange jenuch uff de Pelle jesessen und de Haare vom Kopp jefressen habe, sich jetz jefällichst trollen und von andern jutmütijen Trotteln aus de Patsche ziehen lassen solle. Als der Bär det hörte, wurda fuchsteufelswild. Er richtete sich hoch uff und brüllte so laut in‘ Wald rin, dat den kleenen Butzemännern beinahe de Trommelfelle platzten. Noch während er brüllte, vawandelte er sich in `nen furchtbaren Zauberer. Und zwar in den, der den jesamten Wunderwald beherrscht. De Zwerje hatten schon von ihm jehört, ihn aba bisher noch nie zu Jesicht jekricht. „Stimmt det also doch, wat man euch vahutzelten Gnomen nachsacht: Jämmerliche, kleenherzije Schisshasen seita, popelije Erbsenzähler, knauserich bis zum Jehtnichmehr ! Nur eene eenzige, mickrije Joldnuss hätte euch de wochenlange Mühe aspart, den Bären fütternd uffzupäppeln. Als Dank und Ausjleich für eure uffopferungsvolle Fleje sollta euch vonne schwere Arbeit ausruh’n und euren heißjeliebten Joldnüssen, von denen ihr ja so schwer zu trennen ward, nu noch näher komm‘: Näher jeht et nich: Ihr sollt inne Beeren pennen ! Und zwar so lange, bissa Jelejenheit findet, ürjend jemanden mitte Zauberkraft vonne Nüsse zu helfen. Habta dit uff de Reihe jekricht, denn, aba erst denn, is Finito mitten Fluch. Denn vapuffta. Vorher nich ! Damitta aber och eure Joldnüsse an Bedürftije vaschenken könnt, dürfta se alle zehn Jahre n‘ vollen Mond lang valassen, det heißt, in diese Zeitspanne dürfta ausbüchsen. Dem Zauberer war der Fluch kaum vonne Lippen jejangen, da jeriet de vasammelte Zwerjensippschaft och schon in Uffbruchstimmung: So schnell konnste ja nich kieken, wie die sich inne Nüsse vakrochen ham. Bis heute hat man keen Zwerch wieda zu Jesicht jekricht, weil die da imma noch drinne rumlümmeln und wenn doch ma eener den Nussdeckel hebt und rausschlinst, denn nur, um de Lage zu peilen, ob och bloß keener anjelatscht kommt, se von ihre jeliebten Nüsse zu tr

ennen. Ansonsten ratzen n‘ janzen Tach jenüsslich vor sich und ihr schlummerndet Kontafei kannste durch die Nusschale sehn, selbst wenn de Tomaten uff de Ogen hast. Und so lange se da keener rauspolkt, hält der Fluch des Bärenzaubers an ! Basta


~~~~  ~~~  ~~~~

 

Eigenwilliget Anhängsel vom Berlina Übasetza.

 

Wat will uns det Märchen damit sagen ? Wat lernen wa ? Ne janze Menge ! Et jibt uns Antworten. Will aba nich vorlaut alle vapetzen, müssta selber rauskriejen oda Szintilla fragen…oda den Zauberer oda de Zwerje…Ja – a pro po :Fragen wirft det Märchen och uff, oda ?

 

Zum Beispiel:

Wie lange werden sich de Zwerje – in ihre joldenen Nüsse jefercht - wohlfühlen ?

Dat weeß der Deiwel !

Dem lieben Jott wird et nu nich mehr intrissier’n….

 

Wer sich in seine joldne Truhe inschließt,

muss sich nich wundern, wenn keen Leben rinfließt –

keen Leben, wat fürt liebe Brot behende

sich jlücklich regt bis an sein selich Ende



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Lieben Dank an Micha Roschke für die Übertragung des Märchens in den Berliner Dialekt.

Ich finde sie ist genial gelungen. 

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Klingenthaler Dialekt

Bärenlohn für Eigennutz  

oder  

Wie dor Bär es Wesen dor Zwerng erkennt on Ihnen gedankt hot

 

Es hot e mol vor langer Zeit e klaane Zwerngfamilie glücklich un zefrieden im Wunderwald an Fuß ven Kristallberg glebt. Anneren schin Tooch is in dere ihrn Wunderwald e großer verletzter Bär aufgetaucht. Die klaan wenzling Zwerch ham große Angst katt ve denn trischl Bär. Die hamm aber bal gschpiert des der große Bär vill ze schwach war denen e wos ah ze ta. Zaghaft ham se sich nechter getraut. Sie warn em ihn remm gschtanden on ham ne gfrecht wie se ne helfen kenne. Der Bär hot gebrommt on geprobbelt, denn er war über sich selber wietich und uzefrieden, weiler e su hilflos war. E Jäger hott nenn nämlich ernsthaft verletzt on be jeder Bewegung die er gmacht hot, hot die große Wond orndlich weh getah. Die wollt on wollt net zuhaahln. Ich bi ze schwach zen Gong hot der Bär gebrobbelt. Wenn ich nett ball e wos nei meim Bauch krich, muss ich verhongern. Die Zwerch hamm korz berotschlocht on ham denn Bär verschprochen, Futter ze brenge, su lang er net gohng kah. E paar ve de klann Zwerchle hamm gangelt on hamm denn Bärn Fischle gebracht. Annere hamm Beern und Frücht gsammelt. On widder annere sei auf de jacht noch Hosn on Wiesel on nuch annere klaane Viecher gange. Aber der Bär war doch arch groß on hongrich on die Zwech e su klaa. Die Zwerchle warn ball gar mit nix annern mehr beschäfticht als mit denn Bär sen Futter sammeln on auf die gooch gie.

 De Zwerch warn aa de Beschützer ve denn Nußstrauch an denn aller zeh Gahr goldene Erdniss gwachsen sei. Die Zauberkraft vo die Erdniss war su groß, des se jeden Kranken der ah nehr aane devor gessen hott, widder Kraft kricht, on sei Gsondheit a widder komme is. E sette goldene Erdnuss wollten se an denn Bär nett verschwenden, denn sie hamm befürcht, sei Kraft on Stärk kemmt ball widder ond er kennt se vielleicht auffressen. Sie warn aber ah ze geizich on hamm befürcht, bis ze de nächsten Ernte nett genuch goldene Erdniss für sich selber ze hohm.

 Es hott nett lang gedauert, sei se mied worn denn Bär ze versorng, denn die Wond wollt und wollt nett zuhaln, un der Bär war immer nuch ze schwach zen goong. Immer mehr Zwech hamm sich gweichert denn Bärn ze helfen. "Warum muss denn der ausgrechend ze ons komme." ham die klann Zwerchle gfrecht on geklocht. "Ach hätt morn doch lieber nett gfonden". Annen Ohmd voren lange arbeitsreichen Toch ham se sich am Fuß ven Kristallberch zammgsetzt ond ham berotschlocht. Die Mehrheit der Zwerchle wollten denn Bär sein Schicksal überlossen und ham sumit den Anführer beauftracht denn Bärn die schlechte Nachrich ze überbrenge. Sie hatten beschlossen, er soll sich weitertrollen bis er jemand annersch fend der ihn hilft. Wo der Bär des ghährt hot, hott der sein Rappel griecht. Hott sich in voller Greeß aufgricht on hott ohrenbetäubent laut en Wald nei gebläkt. Wäred er gebläkt hott, hott er sich dann in denn magischen Zauberer und Herscher des Wunderwaldes verwandeld. Die Zwechle hamm scho vill ve ihm ghärt aber ham ihn nuch nie gseh. Su schtemmts also doch, wos ich über eich ghärt ho, hott der Zauberer gschriern. Ihr satt ängstlich, klalaut und eigennützlich. E klaane Goldnuss hätt euch über Wochenlang Müh gschpart denn Bär ze versorng. Als Dank un Ausgleich ve eier Mieh will ich eich mit denen Niss verbinden, ve denen ihr eich nett trenne kennt. Von itze ah sollt ihr eich ve eirer Erbet ausruhe on su lang en die Niss schlofen, bis sich Glengheit fend jemanden mit der Zauberkraft der Niss ze helfen. Wenn ihr des getah habt, dann endet ah der Fluch. Demit ihr ah Glengheit habt die Goldniss an Bedürftige zu verschenken, derft Ihr alle zeh Gahr die Niss en dere Zeit ver en volln Mond verlossen. Kaum hot der Zauberer denn Fluch gsocht verschwanden alle Zwerch ve dere Familie en die Niss. On bis heit ham se sich nuch nett ve die Goldniss trenne kenne. Su lang mer dess schlofende Ehmbild seh ka wirkt der Fluch des Bärenzauberers.

 

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Mein herzlicher Dank, für die Übertragung in diese Mundart, geht an Benjamin Thoß.

  Ich freue mich, dass er uns das Vogtland mit dem Klingenthaler Dialekt etwas näher bringt.

 

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Schweizer Dialekt

Bärelon för Eigenutz

oder

Wie de Bär s‘ Wäse vo de Zwärge erchönnt hed und sech bedankt hed


Vor langer Ziit hed emol e chlini Zwärgefamilie glöcklich ond zfriede am Fuess vomene Chrischtallbärg im Wuderland gläbt. Einisch isch bi ine e verletzte Bär uftaucht. Di chline, winzige Zwärge händ aber grossi Angscht vor dem riesige Bär übercho, aber scho bald händ si gschpört, das är vel z‘schwach isch um ine öppis z’Leid zwärche oder si gar z’verletze. Met eme mulmige Gfühl send si um ihn ume gstande ond händ gfroget, wie si em hälfe chönntid. Dä Bär het brummelt und knurred wil är äs bizzeli uf sech sälber wüetig gsi isch ond das nor us däm Grond, wil är i dere Lag so hilflos gsi isch. De Jäger het ihn ärnschthaft verletzt. Bi jedere Bewegig het ihm sini Wonde wo net het welle verheile grossi Schmärze gmacht. ‚Ech bi vel z’schwach zom jage‘ brummelt de Bär ‚wenn ech ned bald öppis ässe muess ech verhungere‘. D‘Zwärgli händ sech chorz berote und nochhär em Bär verschproche Fuetter z’bringe. Äs paar vo de ganz chlini Zwärgli sind go fische und händ em Bär gluschtige Fisch brocht, anderi händ Beeri und Fröchte gsammlet und andere sind go Hase, Wieseli und anderi chlini Tier jage. Dä Bär isch aber riesig gross gsi ond hed so grosse Honger gha, d‘ Zwärgli sind so chli gsi das äs ine vel Müe gmacht hed sovel Fueter äne z’schaffe. Bald scho send si mit nüt anderem bschäftiget gsi als för de Bär Fueter z‘ jage und z’sammle.

Set ewige Ziite send Zwärgli d’Hüeter vom Zauber-Nuss-Struch gsi, wo alli zäh Johr goldigi spanische Nüssli gwachse sind. D’Zauberchraft vo de Nüssli isch so gross gsi, das si jedem Chranke, wo vo ene gässe het, sofort weder Chraft und Gsundheit geschänkt händ. Sones goldigs Nüssli händ si aber ned welle a Bär verschwände, will si uf ei Teil Angscht vor sinere Chraft und Grössi gha händ, wär är nämlich schnell weder zu Chräfte cho, hätt är sie jo chönne frässe. Uf de andere Site send si aber au gizig gsi, si händ sech gförchtet, das si bis zor nöchschte Ärnti nömme gnügend goldigi Nüssli för sech sälber gha hättet.

Es duret ned lang, do send si müed worde dä Bär z’versorge. D’Wunde vo ihm het und het ned welle rechtig heile ond dä Bär isch emmer no z’schwach gsi för d’Jagd. Emmer me Zwärgli händ sech gweigeret em Bär z’hälfe. ‚Worum het de au usgrächnet zu eus müesse cho?‘, händ sie gfrogt und klaget: ‚ach, hättet mer ihn doch nor ned gfunde!‘ Am Obig vomene lange und arbetsriche Tag händ si sech am Fuess vom Chrischtallbärg versammlet und Rot ghalte. D’Mehrheit vo ine het de Bär i sim Schicksal welle überlo ond so isch de Afüehrer demit beuftreit worde im Bär d’Nochrecht z’öberbringe, är sölli sech weder uf ä Wäg mache bis är öpper ander findet, wo em wör hälfe. Wo dä Bär das ghört het isch är schrecklich hässig worde. Är hed sech ufgrichtet ond het ohrebetäubend lut i Wald ine glärmet. Wo är brüelet het, het är sich ine magische Zauberer verwandlet, de Herrscher vom Wonderwald. D’Zwärgli händ scho vel vo em ghört, aber no nie händ si ihn gseh. ‚ So stemmt das doch, was ech vo euch ghört ha‘ rüeft de Zauberer. ‚Ihr sind ängschtlich, chlimüetig und eigenützig. Ei einzige goldigi Nuss hätt euch die wuchelang Müeh erschpart, mech müesse z’versorge.

Zom Dank und zom Usglich för euri Müeh well ech euch för immer mit de Nüss verbinde, vo dene won ier euch net trenne chönd. Vo jetzt wäg söllid ir euch vo de Arbet usruhe ond so lang i de Nüss schlofe bes ier Glägeheit findid öpperem mit de Zauberchraft vo de Nüss z’hälfe. Wenn eu das glingt, ändet au mi Fluech. Das ier Glägeheit händ, goldigi Nüss a Bedörftigi z’verschänke, döffid ier alli zäh Johr währet em Vollmond d’Nüss verloh.‘ Chum het de Zauberer de Fluech us g’schproche, send alli Zwärgli i die goldige Nüssli verschwunde und bis hüt händ si sech vo dene goldige Nüss nümme chönne trenne. Solang mer ires schlofende Abbildli i de spanische Nüssli gseh cha werkt dä Fluech vom Bärezauberer
 

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Mein herzlicher Dank, für die Übertragung des Märchens in einen Schweizerdialekt,
gilt meiner langjährigen E-Mailfreundin Sichtwiese und ihrer Tochter Sarah.
Vielen lieben Dank für diese besondere Klangfarbe des Märchens
und für den Eindruck, den es uns von einem der vielen Schweizerdialekte vermittelt.

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englisch

Bear-reward for selfishness

or

How the bear recognized the gnomes’ being and how he showed his gratitude

 

Once upon a time there lived a small gnome family blissful and satisfied at base of the crystal-mountain in the marvel forest. One day an injured bear appeared in their forest and the small tiny gnomes were afraid of the big bear. But after a while they felt that he was too weak to do any harm. Timidly they dared to come closer and soon they all surrounded him asking how they could help. The bear growled and growled but he was furious on himself. A hunter had injured him seriously and by each movement his wound which wouldn’t cure ached. "I’m too weak to hunt." the bear growled. "If I do not eat anything I am going to die from starvation." The gnomes discussed in a word and promised him food. Some of the gnomes fished and brought him fish. Some other collected berries and fruits and again others hunted hare, weasel and others small animals. But the bear was very big and hungry and the gnomes awfully small. Soon they did nothing else but hunting and collecting to keep their promise.

The dwarfs were the nut-shrub’s guards and in a ten year period the nut-shrub carried golden peanuts which had magic power. The magic power of the peanuts was so vigorous that each sick who ate one of those achieved complete vital power and health. But they did not want to waste one of these golden peanuts because they on the one hand feared his power and size if he cures rapidly and that he might eat them and on the other hand they were stingy and feared that they had not enough golden peanuts for themselves until the next harvest.

It did not take long since they became tired of taking care of the bear because his wound did not heal and he was still too weak to hunt. So more and more dwarfs refused their help. "Why must he just come to us?" they asked. "If we just did not find him!" they complained. At the evening of a long busy day they gathered at the base of the mountains and took counsel. The majority of dwarfs wanted to leave him to his destiny and thus it was to the leader to deliver the counsels result. The bear was meant to find someone else’s help. As the bear heard this he infuriated. He raised himself and roared deafening into the woods. During his growl he transformed into a magician, the ruler of the forest. The gnomes heard a lot of him but there was never anyone who has seen him before. "So it is right what I have heard about you!" calls the magician. "You are timid pusillanimous and selfish. Just one golden peanut would have spared you the weeks of hunting and collecting food. As thanks and compensation for your trouble I will merge you with the peanuts you did not share. From now on you are meant to rest from your work and sleep within your peanuts until you find an occasion to help someone with the peanuts magic power. If you fulfill my task my curse will end. To be able to find an occasion of sharing your golden peanuts with those who are poor and needy you will leave your peanut for a moon’s period each ten years." Since the magician spoke out the curse the whole dwarf family found rest within the golden nuts and until today they could not separate from them. As long as you can see them sleep within the peanuts the curse still works.

 

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Ins Englische übersetzt wurde das Märchen durch die Gemeinschaftsarbeit meiner Söhne.

 

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französisch

L'ours et les nains


Il y a très longtemps, dans la Forêt Merveille au pied du Mont Cristal, vivait une petite famille de nains heureux et paisibles. Un jour apparut dans leur forêt un gros ours blessé. Les nains étaient vraiment minuscules et avaient très peur de cet ours gigantesque, mais bientôt ils réalisaient qu’il était bien trop affaibli pour pouvoir leur faire du mal. Prudemment ils osaient alors s’y approcher un peu plus. Bientôt ils étaient rassemblés tout autour et lui demandèrent comment ils pourraient l’aider. L’ours grognait et marmonnait car il s’en voulait quand même un peu pour être si désemparé. Il avait été gravement blessé par un chasseur, et sa blessure béante qui ne voulait pas bien cicatriser lui faisait très mal à chaque mouvement qu’il fit. « Je suis trop affaibli pour chasser », marmonnait l’ours « si je ne mange pas bientôt, je vais mourir de faim. » Les nains discutaient alors brièvement entre eux et promirent de lui amener de quoi manger. Quelques uns des petits nains allaient à la pèche et amenaient leurs poissons à l’ours, d’autres cueillaient des mûres, des fraises et d’autres baies, d’autres encore chassaient des lapins, des belettes et d’autres petits animaux. Mais l’ours était énorme et il avait très faim, les nains cependant étaient si petits. Bientôt ils ne faisaient plus d’autre chose que chasser et cueillir pour nourrir l’ours.

Les nains étaient aussi les gardiens de l’arbuste aux noix qui donnait tous les dix ans des cacahuètes dorées. Le pouvoir magique de ces cacahuètes était si important, qu’ils redonnaient instantanément force et santé à n’importe quel malade ou blessé qui en mangeait. Mais les nains ne voulaient gaspiller aucune de leurs noix magiques pour soigner l’ours car, d’une part, ils craignaient sa force et sa taille ; peut-être se feraient-il bouffés si l’ours retrouvait trop rapidement toute sa force. D’autre part ils étaient bien trop grigous, craignant de ne pas avoir suffisamment de cacahuètes dorées pour eux-mêmes en attendant la prochaine récolte.

Avant peu ils étaient las de subvenir aux besoins de l’ours dont la blessure ne semblait vraiment pas vouloir se renfermer. Celui-ci était toujours trop faible pour aller à la chasse. De plus en plus de nains refusaient d’aider l’ours. « Pourquoi devait-il aussi arriver chez nous, après tout ? », se demandèrent-ils et continuèrent à se plaindre : « Ah, si seulement nous ne l’avions jamais trouvé ! » Le soir d’une longue journée chargée de travail dur ils se rassemblèrent au pied du Mont Cristal pour tenir conseil. La majorité des nains voulaient abandonner l’ours à son destin. Le meneur était donc chargé de porter la décision à la connaissance de l’ours qui lui, était ainsi ordonné de se trimballer ailleurs jusqu’à ce qu’il trouve quelqu’un d’autre pour l‘aider. Dès que l’ours avait entendu le verdict il était épris par une sainte colère. Il se redressa et rugit à en faire éclater les oreilles jusqu’aux fins fonds de la forêt. Pendant qu’il rugissait il se transformait en magicien, et pas n’importe lequel, mais le Souverain de la Forêt Merveille !Les nains avaient déjà beaucoup entendu parler de lui, mais encore jamais au grand jamais aucun nain ne l’avait vu de ses propres yeux. « Ainsi est-il donc vrai, tout ce que j’ai entendu sur vous ! » hurla le magicien. « Vous n’êtes qu’une bande de minables peureux, mesquins et égoïstes. Une seule cacahuète vous aurait épargnée la peine de vous fatiguer semaine après semaine pour nourrir l’ours. En remerciement et compensation pour votre peine je vais vous unir à jamais avec vos cacahuètes dont vous ne pouvez pas vous séparer de toute façon. Dorénavant vous allez vous reposer du travail et dormir à l’intérieur de vos noix dorées jusqu’à ce que vous trouveriez l’occasion d’aider quelqu’un par leur magie. Seulement quand vous aurez accompli cette mission, serez-vous libérés du sort que je viens de jeter. Afin de pouvoir trouver une occasion pour donner vos noix magiques aux nécessiteux, il vous sera permis de les quitter tous les dix ans pendant le temps d’une pleine lune. » A peine le magicien avait-il jeté le sort que tous les nains de la famille disparaissaient dans les noix dorées.

Jusqu’à ce jour ils n’ont pas pu se séparer de leurs cacahuètes chéries. Tant que vous puissiez encore voir l’image d’un nain endormi à l’intérieur d’une cacahuète, le sort de l’ours-magicien n’a pas été brisé.



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Für die Übertragung des Märchens in die französische Sprache

bedanke ich mich bei Petruschka,

die das Märchen auch  in ihrem französischen Blog veröffentlicht hat.

Vielen Dank.

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schwedisch

Egoismens lön

eller

Hur björnen kände till dvärgarnas sätt och hur han tackade dem

 

En gång för länge sen levde en dvärgfamilj lyckliga och nöjda i Undrens skog vid foten av Kristallberget. En dag uppenbarade sig en skadad björn i deras skog. De små dvärgarna var väldigt rädda för den jättestora björnen, men snart märkte de, att björnen var alltför svag för att kunna göra dem illa. Tvekande vågade de närma sig björnen. Snart stod de helt nära i ring och frågade hur de skulle kunna hjälpa till. Björnen morrade och brummade, därför att den var arg på sig själv för att den var så hjälplös. Jägaren hade skadat den allvarligt, och varje rörelse gjorde ont i det stora såret som inte ville läka. "Jag är alltför svag för att kunna jaga", grymtade björnen. "Om jag inte snart får något att äta dör jag i svält". Dvärgarna diskuterade med varandra och lovade björnen att hämta någonting att äta. Två små dvärgar metade och hämtade fisk åt björnen, andra plockade bär och frukter och några gick till skogs för att jaga hare, hermelin och andra små djur. Men björnen var väldigt stor och mycket hungrig, och dvärgarna var mycket små. Snart hade de inte tid att göra annat än att jaga och samla mat åt björnen.

Sen urminnes tider var dvärgarna väktare för Jordnötbusken, som vart tionde år gav en skörd med gyllene jordnötter. Nötternas trollkraft var så stor, att om man åt en nöt så blev man frisk och fick tillbaks sin livskraft. En sådan nöt ville dvärgarna ändå inte ge åt björnen, därför att de var rädda för dens storlek och kraft, då de kunde råka illa ut och bli uppätna. Dessutom var de snåla. De var rädda att nötterna skulle ta slut, så att de inte skulle ha tillräckligt med nötter för sig själva tills nästa skörd.

Snart tröttnade dvärgarna på att sköta om björnen. Såret läkte inte och björnen var alltjämt för svag för att jaga själv. En efter en vägrade dvärgarna att hjälpa björnen. "Varför måste den komma just till oss?" frågade de klagande: "Ack, om vi ändå inte hade stött på den!" På kvällen, efter en lång arbetsam dag, träffades de vid foten av Kristallberget för ett rådslag. Majoriteten av dvärgarna ville lämna björnen åt sitt öde, och så fick dvärgarnas ledare i uppdrag att framföra deras beslut till björnen. De ville att björnen skulle fortsätta sin vandring tills den hittade någon annan som kunde hjälpa den. När björnen hörde detta, blev den rasande. Den reste sig och röt öronbedövande in mot skogen. Samtidigt som björnen röt förvandlades den till en trollkarl, härskaren i Undrens skog. Dvärgarna hade hört talas om honom, men ingen av dvärgarna hade tidigare sett honom. "Det är alltså sant vad jag hört talas om er!", skrek trollkarlen. "Ni är rädda, klemiga och själviska. En endaste guldnöt skulle ha sparat er besväret att i veckotal sköta om björnen. Som tack för era mödor vill jag binda er till nötterna för eviga tider. Härefter måste ni vila från ert arbete och sova så länge bland nötterna, tills ni får ett tillfälle att hjälpa någon med nötternas trollkraft. När ni fullföljt detta, upphör min förtrollning. "För att ni ska ha möjlighet att ge Guldnötter åt någon som behöver dem, kan ni vart tionde år, under den tid som nymånen står på himlavalvet, lämna nötterna." Trollkarlen hann knappt säga sin spådom, före dvärgfamiljen försvann in bland Guldnötterna. Till denna dag har de inte lyckats att frigöra sig. Så länge som deras sovande form syns i jordnötterna är Trollkarlens spådom i kraft.

 

Übersetzung: Anders Björklund

 

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Für die Übersetzung danke ich Herrn Anders Björklund, der über einen Umweg zu dieser Aufgabe kam. Ich freue mich, dass er die Übersetzung übernommen hat, damit das Projekt unterstützt und uns die schwedische Sprache etwas näher bringt. Herzlichen Dank für die Zeit die dieser Aufgabe gewidmete wurde.

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 finnisch

Itsekkyyden palkka

tai

Kuinka karhu tunnisti kääpiöiden luonteen ja kiitti niitä

 

Elipä kerran kauan sitten pieni kääpiöperhe onnellisena ja tyytyväisenä Kristallivuoren juurella Ihmemetsässä. Eräänä päivänä heidän metsäänsä ilmaantui loukkaantunut karhu. Pienet pikkuruiset kääpiöt pelkäsivät kovasti valtavaa karhua, mutta pian he huomasivat, että se oli aivan liian heikko tehdäkseen heille pahaa. Epäröiden he uskaltautuivat lähemmäksi sitä. Pian he seisoivat sen ympärillä ja kysyivät, kuinka voisivat auttaa sitä. Karhu murisi ja murahteli, sillä se oli hiukan kiukkuinen itselleen, koska oli niin avuton. Metsästäjä oli vahingoittanut sitä vakavasti ja jokainen liikahdus sattui sen suureen haavaan, joka ei ottanut parantuakseen. "Minä olen aivan liian heikko metsästääkseni", murisi karhu, "jos en pian syö jotakin, kuolen nälkään." Kääpiöt neuvottelivat lyhyesti keskenään ja lupasivat tuoda karhulle syötävää. Pari pienistä kääpiöistä onki ja toi karhulle kaloja, toiset keräsivät marjoja ja hedelmiä ja eräät lähtivät metsälle saalistaakseen jäniksiä, kärppiä ja muita pieniä eläimiä. Mutta karhu oli kovin suuri ja kovin nälkäinen ja kääpiöt kovin pieniä. Pian he eivät muuta kerinneetkään kuin metsästää ja kerätä syötävää karhulle.

Kääpiöt olivat myös suojelijoita ja vartijoita pähkinäpensaalle, joka kasvatti joka kymmenes vuosi kultaisia maapähkinöitä. Pähkinöiden taikavoima oli niin suuri, että yhdenkin syöminen palautti sairaalle voimat ja terveyden. Sellaista kultaista pähkinää kääpiöt eivät kuitenkaan halunneet tuhlata karhuun, koska he toisaalta pelkäsivät sen voimaa ja suuruutta, sillä kun se tulisi taas voimiinsa, saattaisi se syödä heidät. Toisaalta he olivat myös saitoja, he pelkäsivät, ettei heillä olisi tarpeeksi kultaisia pähkinöitä itseään varten seuraavaan satoon saakka.

Ei kestänyt kauan, kun kääpiöt väsyivät huolehtimaan karhusta, sillä sen haava ei parantunut ja karhu oli aina vain liian heikko metsästääkseen. Yhä useampi kääpiö kieltäytyi auttamasta karhua. "Miksi sen pitikin tulla juuri meidän luoksemme?" he kysyivät ja valittivat: "Voi, kunpa emme olisi löytäneet sitä!" Erään pitkän, työteliään päivän iltana he kokoontuivat Kristallivuoren juurelle neuvonpitoon. Enemmistö kääpiöistä halusi jättää karhun kohtalonsa huomaan ja niinpä kääpiöitten johtajalle annettiin tehtäväksi kertoa karhulle päätöksestä; sen pitäisi jatkaa matkaansa, kunnes löytäisi jonkun toisen, joka auttaisi sitä. Kun karhu kuuli sen, se suuttui. Se ojentautui ja karjui korviahuumaavasti metsään. Karjuessaan se muuttui taikuriksi, Ihmemetsän hallitsijaksi. Kääpiöt olivat kuulleet jo paljon hänestä, mutta yksikään kääpiö ei ollut koskaan nähnyt häntä. "Se siis pitää paikkansa, mitä kuulin teistä!" huusi taikuri. "Te olette pelokkaita, arkoja ja itsekkäitä. Yksi ainoa kultapähkinä olisi säästänyt teiltä viikkojen vaivan huolehtia karhusta. Kiitokseksi ja korvaukseksi vaivoistanne haluan sitoa teidät ainiaaksi pähkinöihin, joista ette pysty eroamaan. Tästä lähtien teidän pitää levätä työstä ja nukkua niin kauan pähkinöiden seassa, kunnes saatte tilaisuuden auttaa jotakuta pähkinöiden taikavoimalla. Kun sen olette tehneet, päättyy myös kiroukseni. Jotta teillä voisi olla mahdollisuuksia lahjoittaa kultapähkinöitä tarvitseville, voitte joka kymmenes vuosi jättää pähkinät täydenkuun ajaksi." Tuskin oli taikuri lausunut kirouksensa, kun koko kääpiöperhe katosi kultapähkinöiden sekaan ja tähän päivään mennessä he eivät ole pystyneet irrottautumaan kultapähkinöistä. Niin kauan kuin niiden nukkuva hahmo näkyy maapähkinöissä, vaikuttaa karhutaikurin kirous.

 

Übersetzung: Jaana Toijala 2010

 

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Diesmal geht mein Dank für die Übersetzung an Jaana Toijala, die mir über den Umweg unserer Söhne, die gemeinsam die Oberstufe besuchen, das Märchen "Bärenlohn ..." ins Finnische übersetzt hat. Ganz lieben Dank für die Mühe und dafür, dass ich das Märchen mit einer neuen Klangfarbe in meinem Blog veröffentlichen darf.

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kyrillisch

Im Rahmen des Märchen-Projekts freue ich mich über die russische Version meines Märchens "Bärenlohn ..." 

In kyrillisch ist das für die wenigsten meiner Besucher zu lesen, aber ein wenig über den Tellerrand hinausschauen schadet nicht. Es sieht auf jedenfall interessant aus und Übersetzungen stehen einige zur Verfügung.

 

 

Медвежья награда за эгоизм

или

как медведь отблагодарил гномов

 

Давным-давно в одном чудесном лесу у подножия хрустальных гор жила-была небольшая семья гномов. Жили они счастливо, ни в чём не зная нужды.

Но однажды в лесу появился раненый медведь, и стал просить гномов о помощи. Маленькие гномы испугались огромного зверя, но вскоре поняли, что он был слишком слаб, чтобы причинить какой-либо вред. Они робко приблизились к медведю и, окружив его, стали спрашивать, чем ему можно помочь. Медведь всё ревел и ревел, он сердился на самого себя и свою беспомощность. Его сильно ранил охотник, и теперь каждое движение причиняло ему боль.

- Я не могу охотиться, я слишком слаб для этого, - ревел медведь, - но без еды я умру от голода.

Посовещавшись, гномы пообещали приносить ему еду до тех пор, пока он не сможет охотиться сам. Одни ловили и приносили ему рыбу, другие собирали ягоды и фрукты, третьи охотились на зайцев, горностаев и прочих мелких зверьков. Но медведь был очень большим и голодным, а гномы – слишком крохотными. Вскоре они оставили все свои занятия, и целыми днями только и делали, что охотились да собирали ягоды, чтобы сдержать своё обещание.

Гномы были хранителями орехового куста, который раз в десять лет приносил золотые орехи, обладающие волшебной силой. Волшебство заключалось в том, что любой больной, который съест золотой орешек, тут же снова станет сильным и здоровым. Однако гномы не желали тратить волшебный орех на медведя. С одной стороны, они боялись, что если большой и сильный медведь исцелится слишком быстро, то он может их съесть. С другой стороны, они были скупы и боялись, что им самим не хватит арахиса до нового урожая.

Прошло еще немного времени, и вскоре они устали ухаживать за медведем, потому что его рана никак не заживала, и он всё ещё был слаб для охоты. Всё больше и больше гномов отказывались помогать.

- Зачем он пришёл именно к нам? – ворчали они. – Ах, если б только мы не нашли его тогда!

Вечером, после долгого тяжёлого дня, они собрались у подножия гор, чтобы держать совет. Большинство гномов хотели бросить медведя на произвол судьбы, и старший гном должен был принести медведю эту недобрую весть. Совет решил, что медведь должен уйти и найти кого-нибудь другого, кто мог бы ему помочь. Когда медведь услышал об этом, он пришёл в сильную ярость. Встав в полный рост, он оглушительно заревел на весь лес. И вдруг гномы увидели, как из медведя он превратился в волшебника, хозяина леса, о котором они были много наслышаны, но никто никогда не видел его прежде.

-Значит, правду говорят, что вы малодушны, корыстны и эгоистичны! - обратился к ним волшебник. Один золотой орех избавил бы вас от нескольких недель заботы о медведе. Но всё же, вы должны получить справедливую плату за свой труд. Я отблагодарю вас за заботу тем, что вы навсегда станете неразлучны с арахисом, которыми вы не пожелали поделиться. Отныне вы будете отдыхать от работы и спать внутри орехов до тех пор, пока не найдете случая поделиться волшебной силой арахиса с кем-либо нуждающимся. Как только вы это сделаете – будете освобождены от моего заклятия. Каждые десять лет вы будете покидать орехи на целый месяц, чтобы иметь возможность найти того, кому нужна помощь.

Как только волшебник произнёс эти слова, все гномы оказались внутри арахиса. И до сегодняшнего дня они так и не смогли расстаться со своими золотыми орехами. И когда ты видишь их спящими в арахисе, знай, что чары всё ещё действуют.

 

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Mein Dank für die Übersetzung geht nach Kasachstan.

Die Übersetzerin möchte namentlich hier nicht genannt werden.

Vielen Dank!

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Veröffentlicht in M, rchen